Streitfall Nahrungsergänzungsmittel

Vergangenen Samstag wurde im Lokalteil der Tageszeitung „Fränkischen Nachrichten“ ein Artikel über Nahrungsergänzungsmittel veröffentlicht. Der Autor legt den Fokus vor allem auf den Vertriebsweg eben dieser Produkte, da ein Betroffener, vielleicht ein Bekannter des Verfassers, sehr negative Erfahrungen in einer lokalen Arztpraxis gesammelt hat. 

Artikel der Fränkischen Nachrichten.

Zuerst gibt der Autor einige kurze Fakten zum Umsatz und Verkaufssumme der Produkte. Nach Information des Bundesinstituts für Risikobewertung nimmt in Deutschland knapp ein Drittel aller Erwachsenen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Auf Sinn und Zweck dieser Produkte geht der Autor erst gar nicht ein und verläßt sich daher lieber auf die „sehr unterschiedlichen Ansichten“ ortsansässiger Ärzte.

Im weiteren Verlauf wird besonders auf das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient hingewiesen und verurteilt, dass in dessen Zusammenhang unter dem Deckmäntelchen der Therapiefreiheit Geschäfte gemacht werden.

Den ganzen Artikel dazu findet man unter diesem Link.

HINWEIS

Der Anlass dazu überhaupt einen Leserbrief zu schreiben, begründete sich vor allem auf die negative Stimmungsmache gegenüber Nahrungsergänzungsmittel. Journalistisch hatte der Autor sich leider überhaupt nicht mit dem Thema auseinandergesetzt und letztlich durch negativer Erfahrungswerte Dritter eine Konstrukt aufgebaut, dass einen unbefangenen Erstkontakt erst gar nicht ermöglicht.

Mein Kommentar:

„Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient sollte ein besonders schützenswertes Gut sein. Dem kann ich nur zustimmen. Doch auch viele Vertreter der Pharmaindustrie gehen tagtäglich in Arztpraxen ein und aus und führen hinter verschlossenen Türen Beratungsgespräche. Oft schon wurde nachgewiesen, dass Ärzte Honorare für besonders oft ausgestellte Medikamente bekommen haben. Dies finde ich ebenso unmoralisch und unethisch. Auch hier wird das Arzt-Patienten-Verhältnis zum Nutzen der Wirtschaftlichkeit ausgenutzt.

Eine natürliche Ernährung sollte die beste Medizin sein und auch ich sehe die Zunahme an NEM-Angeboten in Discountern und im Internet kritisch.

Diese Produkte aber grundsätzlich unter Generalverdacht zu stellen, ist einfach zu kurz gedacht und rückt alle Beteiligten in ein irreführendes Licht. Zwar werden Nahrungsergänzungsmittel als Nahrungsmittel eingestuft und unterliegen somit dessen Anforderungen, sind aber oft auch nur schnelle Billigprodukte der Industrie, die auf diesen „Hype“ aufspringen.

Chemisch hergestellte Vitamine in Laboren sind eben keine natürliche Vitalstoffe, enthalten oft nicht zugelassene Inhaltsstoffe und sind daher am besten gleich ein Fall für die Mülltonne. Die Verbraucherzentralen warnen also zu Recht in vielen Fällen vor diesen schnellen „Fatburner“ und anderen Produkten mit betrügerische Werbeversprechen oder giftigen Inhaltsstoffen.

In unzähligen Büchern werden aber inzwischen die Vorteile einer hochwertigen Nahrungsergänzung von Ärzten und Ernährungsjournalisten belegt. NEM sind zwar keine Wundermittelchen, können aber nicht nur als eine sinnvolle Ergänzung zu bekannten Therapieansätzen eingesetzt werden, sondern auch der Prävention selbst dienen.

NEM sollten daher am besten in Absprache mit einem fachkundigen Arzt genommen werden, der im Idealfall zusätzlich zur Anamnese einen Mineralstoffmangel mittels Blutanalyse nachgewiesen hat.

Alzheimer oder die Demenz wird in der klassischen Schulmedizin inzwischen sogar als MANGELERKRANKUNG ! genannt. In der Heidelberger Ausstellung „Körperwelten – Anatomie des Glücks“ findet man dazu einige gute Beiträge.“

Sebastian Höckele
(veröffentlicht am 09.01.2019 als Leserbrief in den Fränkischen Nachrichten)

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